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Umweltfreundlich und fit: Fahrradfahren als Trend in Großstädten

Thema: Freizeit

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Sattel statt Sitz: Das Zweirad als Held des Pendelverkehrs


Wer hätte gedacht, dass das schlichte Fahrrad, seit vielen Jahren treuer Begleiter von Postboten und Pizzalieferanten, plötzlich zum Sinnbild urbanen Lifestyles avancieren würde? Mit wachsender Sorge um den eigenen ökologischen Fußabdruck und der zunehmenden Lust auf Bewegung hat das Fahrradfahren in den Großstädten einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt. Die retrospektive Charme-Offensive des Drahtesels ist dabei nicht zu unterschätzen: Hipster strampeln sich auf Vintage-Rennrädern ab, Businessleute flitzen auf Hightech-E-Bikes zur Arbeit, und die Familienkutsche hat zwei Räder und einen doppelsicheren Kindersitz.

Es ist ein Phänomen, das zu begrüßen ist – jedoch durchaus mit einem Augenzwinkern betrachtet werden muss. Denn der urbane Radfahrer navigiert nicht nur durch den Verkehr, sondern auch durch ein Terrain voller gesellschaftlicher Signale und Statussymbole. Sei es das Modell des Fahrrads, die Wahl des Helmes oder die Tatsache, dass man bei Wind und Wetter in die Pedale tritt – Fahrradfahren ist mittlerweile mehr als Fortbewegung. Es ist ein Statement, eine Lifestyle-Entscheidung, ein Akt der Rebellion gegen den Stillstand im städtischen Verkehrschaos.

Vom Drahtesel zum Smartphone auf zwei Rädern


Es mag etwas übertrieben klingen, aber die Fahrräder von heute sind oft besser vernetzt als so manches mittelklassige Büro. Mit GPS-Trackern, smarten Schließsystemen und integrierten Navigationsgeräten ausgestattet, sind sie nicht bloß Transportmittel, sondern Teil des "Internet of Mobility". Und ähnlich wie beim Smartphone kommt es nicht selten zu einem gewissen Gadget-Prunk: Wer hat die leistungsstärkste Akku-Laufzeit? Wer die schlauste App-Fernsteuerung für die eingebaute Beleuchtung?

Natürlich, der Sicherheitsaspekt ist wichtig und der Komfort nicht zu verachten. Doch für viele urbane Biker gleicht die Wahl des richtigen Fahrradzubehörs einer Wissenschaft für sich – mit der Nebenwirkung, dass bei all der Technik das eigentliche Fahrradfahren fast zur Nebensache wird. Fast könnte man nostalgisch werden, wenn man an die gute alte Fahrradklingel denkt, die einst das einzige "Extra" am Lenker war.

Stau, was ist das? – Freiheit auf zwei Rädern


Es gibt kaum ein befriedigenderes Gefühl für Stadtbewohner, als an einer endlosen Schlange von Autos vorbeizustrampeln und dabei das fröhliche Lied der Freiheit zu pfeifen. Wo der Autofahrer sein Lenkrad malträtiert und sich über verschenkte Lebenszeit ärgert, schweift der Blick des Radfahrers über die vorbeiziehenden Häuserfassaden und genießt die unmittelbare Begegnung mit der städtischen Umwelt. Essenziell hierbei: Ein geschickter Umgang mit dem Fahrradschloss und die Fähigkeit, das eigene Velo auch in den überfüllten Metropolen sicher zu parken.

Humorvoll könnte man die Situation mit einem Videospiel vergleichen: Wer durch die Rush-Hour navigiert, ohne von einem Taxi abgedrängt zu werden oder in einem Straßenbahn-Gleis zu landen, sammelt Punkte für Geschicklichkeit und Überlebenswillen. Der tägliche Fahrrad-Pendelweg wird so zur persönlichen Challenge, inklusive der Belohnung eines fitten Körpers und, zumindest gefühlt, eines moralisch höheren Standpunktes gegenüber dem fossil angetriebenen Verkehrsteilnehmer.

Bike-Sharing: Das Uber für Umweltbewusste


Was bei Autos Carsharing ist, nennt sich bei Fahrrädern Bike-Sharing – und ist in den Metropolen der Welt nicht mehr wegzudenken. Per App lässt sich innerhalb weniger Sekunden ein Fahrrad ausleihen, die Stadt auf zwei Rädern erkunden und das Gefährt dann an einem beliebigen Ort wieder abstellen. Besonders charmant ist diese Fortbewegungsalternative für Touristen und jene Zeitgenossen, deren Liebe zum Radfahren sich in spontanen Anwandlungen äußert und nicht in einem langfristigen Besitzverhältnis.

Bike-Sharing-Systeme haben in ihrer Beliebtheit auch durchaus humorige Seiten: Sie fördern das Ringen um die letzten freien Räder an Sonnentagen, das kreative Parken in bereits überfüllten Bike-Stations und manchmal auch eine Art "Urban-Bike-Orienteering", bei dem die Suche nach dem nächsten freien Fahrrad zu einem abenteuerlichen Stadtspaziergang ausarten kann.

Die Würde des Radwegs ist unantastbar


Nicht zuletzt ist das Radfahren in der Stadt auch ein Abbild für politisches und gesellschaftliches Engagement. Wo Bürger für bessere und sicherere Radwege kämpfen, wo sich Stadtplaner Gedanken machen über umweltfreundliche und menschenzentrierte Verkehrskonzepte, da zeigt sich der Wandel von der Auto- zur Fahrradstadt. Jeder neu geschaffene Radweg ist ein Sieg über den Schadstoffausstoß und ein Symbol für den sanfteren Footprint des Menschen in seiner urbanen Umgebung.

Allerdings bewegt sich der Fahrradfahrer oft genug zwischen Respekt und Rücksichtslosigkeit, zwischen Radweg und Fußgängerzone, zwischen Verkehrsregeln und freiem Geist. Diese Balance zu finden und dabei nicht den Humor zu verlieren, wenn der nächste Autofahrer mit einem Augenrollen die "Radlrambos" verflucht, gehört zur großen Kunst des urbanen Radfahrens. Doch am Ende des Tages ist das Lächeln auf den Lippen des Radlers bei der Ankunft an der Lieblingsbar umso breiter – haben doch die zwei Räder ihm wieder einmal gezeigt, wie viel Spaß ökologische Verantwortung machen kann.
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